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Hate Sexism!

Nachdem es in den vergangenen Wochen zu vielen Missverständnissen rund um einen Flyer des „AK 25000+“ und unsere Reaktion gab, wollen wir nun unsere Sicht der Dinge noch einmal detailliert klar machen.
Zunächst einmal haben wir uns sehr gefreut, als User des 95er-Forums die Aktion ins Leben gerufen haben und so einen positiven Beitrag dazu leisten wollten, damit das Spitzenspiel gegen Union Berlin einen würdigen Rahmen erhält. Wir selbst haben in der Vergangenheit bereits ähnliche Aktionen durchgeführt und damit einige Leute mehr ins Stadion gelockt als üblich. Denn ganz neben allen finanziellen Aspekten, die die höhere Zuschauerzahl für unseren Klub mit sich bringt, ist es auch endlich mal wieder etwas Anderes, nicht immer auf die hässlichen leeren Sitze gucken zu müssen, während wir unser Team nach vorne schreien.
Doch neben allem positiven Engagement, das diese Aktion innerhalb des AK auslöste, stieß uns besonders einer der sieben Flyer negativ auf. Noch einmal kurz zur Erklärung: Auf diesem ragen die Brüste einer Frau im Bikini in den Vordergrund. Kopf und Beine sind abgeschnitten. Die Frau wurde damit also aufs „Wesentliche“ beschränkt und lediglich zum Objekt gemacht. Der Spruch darunter („Elf Freunde zählen mehr als zwei“) unterstreicht dabei nur noch einmal die peinliche und wenig lustige Aktion. Nach jahrelangem Kampf gegen Diskriminierung, Unterdrückung, Faschismus und Ungerechtigkeiten jeglicher Art waren wir entsetzt, dieses Motiv in Zusammenhang mit Fortuna zu sehen, das zu allem Überfluss aus einem Fanforum hervorging und nicht von völlig ahnungslosen Werbestrategen kreiert wurde.
Das liegt sicher nicht daran, dass wir ein Problem mit Körperlichkeit oder gar schönen Frauen haben. Uns ist auch bewusst, dass der Ton im Fußballstadion immer etwas rauer ist und hier Sachen erlaubt sind, die sich die meisten wohl im Alltag nicht trauen würden. Doch leider spielte dieser Flyer mit peinlichsten Stereotypen, die wir nicht mehr im Zusammenhang mit Fortuna sehen wollen. Denn wie bereits oben angesprochen reduziert dieser Flyer Frauen nicht nur auf ihren Körper, sondern spricht dazu auch nur gezielt Männer an, während er sie sogar noch vor die Wahl stellte: Frau oder Fortuna. Und der Flyer diskriminiert auch Männer. Sie werden generell auf den Asi- oder Proll-Typ reduziert – und das sind sie nun mal nicht im Allgemeinen.
Das kann und darf nicht der Weg sein, Fans ins Stadion locken. Wir wissen, dass Männer noch immer die mit Abstand größte Gruppe im Stadion ausmachen. Es ist auch nicht unser Bestreben, auf Teufel komm raus Frauen und Mädchen ins Stadion zu locken, nur um eine gewisse Quote zu erfüllen. Mitnichten. Denn uns ist egal, welches Geschlecht, welche sexuelle Orientierung, welche Hautfarbe, welche Religion oder welche Herkunft unsere Fans haben. Fortuna ist für alle da!
Aber genau deshalb wollen wir es nicht mehr weiter hinnehmen, dass Fußball rein als männliche Veranstaltung begriffen wird und Frauen innerhalb der Fanszene immer noch nur als Anhängsel ihrer Freunde oder Männer gesehen werden, denen nicht zugetraut wird, genauso viel Leidenschaft und Fachwissen mitzubringen, wie es die männlichen Kollegen tun.
Gerade für unsere Fanszene ist das ein Hohn, da diese seit Langem durch Frauen geprägt wird. Sei es Dagmar Starke, die die Fans im Aufsichtsrat vertritt und jahrelang SCD-Vorsitzende war. Seien es die „Alten Mädchen“, die so gut wie jedes Spiel besuchen und darüber hinaus immer wieder mit positiven Aktionen und Angeboten aufwarten. Oder seien es die zahlreichen weiteren Frauen im Fanprojekt, im SCD, bei uns oder bei fast jedem anderen Fanklub, die Fortuna durch ihr Engagement beim Malen, Basteln, Singen, Schreiben und Organisieren genauso zu dem gemacht haben, was sie heute ist, wie ihre männlichen Freunde und Kollegen. Diesen allen wurde und wird durch diesen Flyer ins Gesicht getreten.
Wir unterstellen dem Macher nicht, das mit Absicht getan und Frauen bewusst ausgegrenzt zu haben, sondern eher, das vorherrschende Bild des Fußballfans im Kopf gehabt zu haben. Aber genau dort liegt der Fehler. Bevor das Umdenken in den Köpfen der Fans nicht stattgefunden hat, werden Frauen es noch über Jahre hin schwer haben, als „vollwertige“ Fans verstanden zu werden.

 

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